Montag, 15. April 2013

David Schraven/ Vincent Burmeister: Kriegszeiten (Carlsen 2013)

1)Wenn man etwas gegen die Behauptung tun will, dass die Jugendlichen heute uninteressiert und uninformiert seien, dann ist dieses Buchprojekt sicherlich ein sinnvolles Projekt. Es geht um den Krieg in Afghanistan, der nun schon 10 Jahre dauert. Grundsätzlich habe ich mich aber gefragt, ob ausgerechnet eine Graphic Novel geeignet ist, das Thema rüberzubringen. Denn es geht ja doch wohl eher um das Aufdecken von Hintergründen und Zusammenhängen. Und genau das ist mein erster Kritikpunkt: Mit kurzen eingeworfenen Sätzen ist es da nicht getan. Zudem weiß ich nicht, ob jemand, der nicht regelmäßig die Presse durchforstet hat und Stellungnahmen verschiedener Politiker kennt, das Gesagte einordnen kann. Störend finde ich auch, dass mir die Zielrichtung des Buches nicht klar geworden ist: es ist sicher keine durchlaufend erzählte Geschichte mit Held usw. Es ist auch kein Tagebuch, es ist keine Doku, es finden sich viele ironisierende und daher verwirrende Bemerkungen über Deutschland und deutsche Politiker und viel wird einfach nur vordergründig  angeprangert, ohne dass jemand von Deutschland aus jemals die Möglichkeit hätte, da etwas zu überprüfen (Drogenkriminalität in Afghanistan) – was also will dieses Buch?
Das, was ich verstanden habe, ist: das Buch vermittelt eine unangenehme Ahnung der Erkenntnis, das echte Soldaten mit echten Gewehren echte Menschen echt totschießen müssen. Und dass sie dann auch selbst echt richtig tot sein können. Und wer das nicht will, der muss andere Wege beschreiten und eben politisch aktiv werden. Das finde ich gut. Und das Zweite: es ist unbedingt der Versuchung entgegenzuwirken, dass wir Menschen uns an Zustände gewöhnen, die Menschenrechtsfeindlich sind. Wie z.B. ein Krieg. Und sei er noch so weit weg. Unter der Hand bedeutet das dann auch eine heftige Kritik an der Darstellung des Weltgeschehens in den Medien. Sollte das von allen Lesern verstanden werden, will ich nichts mehr sagen :-) (UP13)

2)"Kriegszeiten" von David Schraven und Vincent Burmeister ist ein nüchtern gezeichneter Comic über den Krieg in Afghanistan.
Es werden, aus der Sicht eines Soldaten, die Hintergründe zu dem Kriegsgeschehen in Afghanistan mit kurzen prägnanten Sätzen erläutert. Hierbei wird auch auf Verschleierung und Unwissen der Deutschen, sowie Korruption Bezug genommen.
Ein Comic mit einem sehr interessanten Thema. Doch es hat keine richtige Geschichte, sodass ich bezweifele, dass dieses Buch sehr viele Menschen fesseln wird. Um es zu lesen, muss man schon den Willen dazu aufbringen. Weiterhin denke ich, dass dieses Buch auch durch die etwas brutalen Bilder nicht für Jüngere geeignet ist. Daher empfehle ich das Buch frühestens ab 15, eher noch ab 16.(TH9)

3)Obwohl ich viel negatives über dieses Buch gehört habe, war ich doch ein wenig positiv überrascht: Wenn man sich ein wenig mit den Hintergründen auskennt, dann ist das Buch relativ einfach zu verstehen und die Geschehnisse sind gut einordbar. Kennt man die Hintergründe allerdings nicht, dann versteht man warscheinlich eher weniger. Leider finde ich das Buch zu oberflächlich, denn es werden immer nur einzelne Themen angerissen und angeprangert, um darauf wieder fallengelassen zu werden. Bei mir haben sich dadurch viele Fragen aufgetan. Die Bilder sind zwar anschaulich und eindrücklich, jedoch halte ich die Umsetzung als Graphic Novel ebenfalls nicht für sinnvoll, weil die einzelnen Sätze als Erklärung einfach zu kurz sind. Es haben sich bei mir viele neue Fragen zum Krieg in Afghanistan aufgetan und ich habe über Sachen nachgedacht, über die ich sonst bestimmt nicht nachgedacht hätte. Dieses Buch kann ein guter Denkanstoß sein, vorallem vor den aktuellen Hintergründen. (JB11)

4)Text/Inhalt: Es geht um den Krieg in Afganistan.
 Einschätzung:Ich finde das Buch echt schlecht. Es hat keine richtige Handlung und ich verstehe den Inhalt nicht! Es ist ein Buch mit vielen Fakten und Zahlen, aber es ist weder spannend noch lustig. Erwachsene finden es vielleicht gut, aber ich (Kinder) finde(n) es langweilig! (AB7)

5)Diese Buch wird nicht aus der Sicht einer bestimmten Person erzählt, denn es ist einfach eine Dokumentation. Ohne weitere ‚Handlung‘. Klar, natürlich, da gibt es den Krieg, aber wirklich spannend ist es nicht.
‚Kriegszeiten‘ war eine bestimmt sinnvolle und durchdachte Idee der Autoren, aber meiner Meinung nach nicht ganz so gut umgesetzt. Dieses Buch ist ein Graphic Novel, was ich ziemlich schade finde, da es das ganze ziemlich unübersichtlich macht. Man blickt nicht mehr durch und obwohl ich den Krieg und seine Hintergründe spannend und wichtig finde, hab ich dieses Buch einfach nur mit dem Motto: „Einfach durchlesen!“ gelesen. Außerdem ist es sicherlich nicht schlecht, sich vorher ein bisschen Grundwissen über diesen Krieg anzueignen, dann kann man einiges bestimmt nachvollziehen.
Ich kann dieses Buch leider nicht weiterempfehlen, ganz einfach deswegen, dass es nicht meinen Buchgeschmack trifft (Graphic Novel), aber der Grundgedanke war ein sehr guter! Altersempfehlung: ungefähr ab 15/16 Jahren (CB9)

Sonntag, 14. April 2013

Kristen Simmons: Artikel 5 (ivi 2013)

Republik Amerika in nicht allzu ferner Zukunft. Nach dem Krieg hat das Federal Bureau of Reformation die Verfassung durch die Moralstatuten ersetzt. Es keine Polizei mehr, nur noch Soldaten, die Moralmiliz wie sie genannt werden. Die Amerikanische Kirche wurde zur Staatsreligion, die keine anderen Religionen duldet, Bücher und andere unmoralische Medien wurden verboten und uneheliche Kinder werden staatlich nicht anerkannt und müssen umgehend entfernt werden. Und was ‚entfernt werden‘ bedeutet bekommt die siebzehnjährige Ember am eigenen Leib zu spüren. Seit dem Krieg besteht ihr ganzes Leben daraus, möglichst wenig Aufmerksamkeit auf sich und ihre rebellische Mutter zu ziehen, doch eines Tages steht die Moralmiliz doch vor ihrer Tür und verhaftet Embers Mutter, weil sie nicht mit Embers Vater verheiratet war. Ember kommt in eine Resozialisierungsanstalt – und muss da so schnell wie möglich wieder raus. Sie muss doch ihre Mutter befreien! Aber um das zu schaffen brauch sie Hilfe und zwar von Chase Jennings, einem der Soldaten der ihre Mutter verhaftet hat. Und der nebenbei noch der einzige Junge ist, den Ember je geliebt hat.

„Artikel 5“ ist kein schlechtes Buch. Die Geschichte ist spannend und die Idee ist gut. Das Buch ist auch gut geschrieben und hätte mir eigentlich sehr gut gefallen, wenn ich mit Ich-Erzählerin Ember Miller klargekommen wäre. Sie ist wirklich nicht unsympathisch – im Gegenteil. Aber sie ist vom Typ her ganz anders als ich und ich mochte sie nicht besonders gern. Das hat mir ein bisschen die Freude an „Artikel 5“ genommen. Chase Jennings fand ich ziemlich cool, seine Art mochte ich sehr gern.
Insgesamt fand ich „Artikel 5“ gut, wenn auch nicht herausragend. (LSN8)

Gudrun Pausewang: Au revoir,bis nach demKrieg (Gerstenberg 2012)

Der Zweite Weltkrieg wird hier einmal aus einer anderen Perspektive beschrieben. Es geht mal nicht um Juden und Flucht, sondern es geht um die Daheimgebliebenen, die Einquartierungen zu überstehen hatten. Hanni als alte Frau erinnert sich anhand von alten vergilbten Fotos an die Zeit ihrer Jugend, die eben zum großen Teil während des Krieges verlief.

Die Hensels haben eine eigenen Firma, einen Steinbruch, auf einem Dorf im Süden in der Nähe einer kleinen Stadt. Als der Krieg ausbricht, wird der Vater eingezogen und Hannis großer Bruder Hans meldet sich als überzeugter Nazi freiwillig. Hanni und ihr Bruder Albert bleiben mit Mutter und Großmutter und führen den Betrieb weiter. Sie müssen sich den Beobachtungen durch die eigenen Arbeiter aussetzen und schließlich Zwangsarbeiter aus Frankreich beschäftigen. Ihnen fällt auf, wie schlecht die Nazis die Gefangenen behandeln und sie widersetzen sich, indem sie heimlich Gutes für die Gefangenen tun. Hanni verliebt sich in einen jungen musischen Gefangegen aus Frankreich. Sie lernen jeweils die Sprache des anderen und haben eine gute Zeit - bis Philippe, der Franzose, verlegt wird. Ab und an gehen Briefe hin und her-  aber im Großen und Ganzen besteht das Leben nur noch aus Hoffen. Der Krieg geht zuende, der Vater stirbt, Albert eröffnet den Steinbruch wieder neu und Hanni trifft sich noch einmal mit Phillippe, ohne dass es aber zu einem Happyend kommt. Im Zeitraffer wird dann der Rest von Hannis Leben im fernen Australien bis hin zu ihrem gesegneten Alter nacherzählt.
Ich fand dies Buch gut. Man erfährt sachlich und ohne Schnörkel, aber en detail, wie die Leute zuhause die Jahre des Krieges im Alltag überlebten, wie schwierig es war, einander zu vertrauen und was Menschlichkeit heißt. Man erfährt von den Gefahren, die es bedeutet, einfach jemandem etwas abzugegebn. Neid und Missgunst blühen auf dem Dorfe und fast zerbricht das junge Mädchen daran. Insgesamt halte ich das Buch für gelungen (ab 13 Jahren zu lesen). (UP13)


  

Jacqueline Kelly: Calpurnias evolutionäre Entdeckungen (Hanser 2013)

1)Dieses Buch ist ein langsames Buch. Und der Leser erfährt eine Menge über genaues Beobachten vor allem der Natur. Calpurnia erlebt die Jahrtausendwende. Aber zum 20. Jh., also 1900. Sie wächst in einer großen Familie auf, unter vielen älteren und jüngeren Brüdern ist sie das einzige Mädchen. Ausgerechnet sie hat nur ein einziges Hobby: Bildung und Forschung – was aber keinen interessiert. Alle wollen aus ihr eine zukünftige gute Hausfrau und Mutter machen – sie soll Dinge lernen, die sie langweilen, für die sie auch überhaupt keine Begabung hat. Dagegen kann sie vor Aufregung nicht schlafen, wenn sie eine kleine Pflanze entdeckt, die sie noch nie gesehen hat. Der einzige, der das nachempfinden kann, ist der sonderliche Großvater, der überall mit seinem schrägen Benehmen aneckt. Da er aber der Seniorchef des Familienunternehmens ist, muss man ihm zähneknirschend Respekt entgegenbringen. So ist das 1900. Kinder z.B. interessieren ihn überhaupt nicht, er sitzt in seinem Schuppen und stellt nicht nachvollziehbare Forschungen an. Auch Calpurnia muss sich ihm erst massiv in Erinnerung bringen – dann aber entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden, als er Calpurnias genaue Beobachtungsgabe entdeckt. Und, oh Wunder, er hat seltsame Freunde: Charles Darwin, Sigmund Freud u.a. Diesen schreiben die beiden Berichte und am Ende gibt es für die ganze Familie eine große Überraschung. Ob sich für  Calpurnia am Ende aber ihr Lebenstraum erfüllt, erfährt der Leser leider erst in den nächsten beiden Bänden, die diesem ersten Teil einer Trilogie folgen sollen.

Ich brauchte ungefähr 70 Seiten, um in die Geschichte des langsam erzählten Buches mit all seinen kleinen Alltagsproblemen hineinzukommen. Aber dann hat es mich gepackt – ich erfuhr viel über die Entwicklungsgeschichte des Menschen, über die großen Entdeckungen des letzten und vorletzten Jahrhunderts.  Trockenes Schulwissen wird so greifbar. Und Calpurnia und ihre Familie wächst einem richtig ans Herz – man wünscht sich als Leser, dass sie ihr Ziel erreicht und sogar das Verhalten des  schrulligen Großvaters kann man Ende verstehen. (UP13)


2) Text-Inhalt: Das Buch "Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen" von Jacqueline Kelly handelt von einem Mädchen um 1900, welches sich nicht für Kochen oder Handarbeiten interessiert, sondern für das Beobachten der Natur. Dies missfällt ihrer Mutter aber sehr.
Calpurnia beobachtet gerne die Tiere auf dem Hof ihres Vaters. Ihr Lieblingsbruder bemerkt dies und schenkt ihr deshalb ein Notizbuch, in dem sie von nun an alles notiert, was sie bemerkt, wie viele Tiere sie sieht oder ähnliches. Allerdings sind ihre Notizen ziemlich stümperhaft. Irgendwann sieht ihr Opa, wie sie Notizen macht und vom da an hört sie auf, sich vor ihm zu fürchten. Außerdem lehrt er sie die Naturwissenschaften, sodass ihr Notizen schon nach einer Woche um einiges genauer sind (weiterhin notiert sie sich auch sehr interessante Fragen). Später im Buch finden ihr Opa und sie auch noch eine erstaunliche...wenn ihr das Buch lest, werdet ihr herausfinden, was es ist.

Einschätzung: Es hat Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen, denn man fühlt sich gleich mit Calpurnia verbunden, da sie ein normales Mädchen mit "nervigen Eltern" ist. Außerdem ist sie sehr sympathisch, weil sie nicht alles kann und man im Laufe des Buches merkt wie ihr alles (Schule, Hausfrauendinge, Naturwissenschaft ...) über den Kopf wächst. Gerade deswegen und weil keine Gewalt vorkommt würde ich es jedem ab 6 empfehlen. (TH9)

3)Text-Inhalt: Calpurnia lebt 1889 in Amerika, also zu einer Zeit in der alles ziemlich konservativ ist und ein Mädchen nichts anderes können muss als Hand-und Hausarbeit, gut aussehen und vielleicht noch Klavier spielen. Dumm nur, dass sich Calpurnia, oder Callie, wie sie sich nennt, überhaupt nicht für diese Dinge interessiert. Als sie von ihrem großen Bruder Harry ein Notizbuch bekommt, fängt sie an, über alles, was sie in der Natur beobachtet, Notizen zu machen. Schließlich nimmt das auch ihr Großvater wahr, der sich sonst eher wenig für seine Enkelkinder interessiert und nicht einmal deren Namen richtig weiß. Von ihrem Großvater lernt Callie dann mehr über die Naturwissenschaften, das genaue Beobachten und auch einiges über berühmte Naturwissenschaftler dieser Zeit. Dies wird begleitet von dem Familientrubel, den sie in ihrer großen Familie hat, von ersten Liebesgeschichten, von der Angst vor dem Erwachsenwerden und von einer wirklich (r)evolutionären Entdeckung.

Einschätzung: Ein wirklich schönes Buch, für Leser jeden Alters. Es ist eine wirklich süße Geschichte und man erfährt nebenbei auch noch etwas über die verschiedenen Naturforscher, die Innovationen (z.B. das Telefon oder Coca Cola) und die Lebensweise der Menschen im 19./20. Jahrhundert. Ich finde der Titel passt sehr gut zum Buch, weil es ja um die Evolution geht, Calpurnia aber gleichzeitig gegen ihre "Bestimmung", nämlich einzig als Hausfrau und Mutter zu enden, rebelliert, weil sie gerne Naturforscherin werden möchte. Dieses Buch ist wie "Paddington der Bär". Man kann sich mit der ganzen Familie auf's Sofa setzen und es zusammen lesen. (JB11)

Samstag, 13. April 2013

Marit Kaldhol: Allein unter Schildkröten (mixtvision 2012)

1)Text-Inhalt: Mikke begeht Selbstmord. In dem Buch liest man sein Tagebuch, Erinnerungen seiner Mutter und Briefe von Leuten die er mochte/ gekannt hat.

Einschätzung: Ich finde das Buch einfach nur schlecht.
Der Titel passt nicht zu dem Buch, das viel zu melancholisch ist.Beim Lesen dachte ich mir: "Die sind doch alle depressiv". Das Buch hat irgendwie nicht spannendes. Ein Junge bringt sich um und es wird aufgeschrieben was seine Mutter denkt, aber es fehlt der Spannungsbogen, und damit macht es auch keinen Spaß, das Buch zu lesen.
An manchen Stellen habe ich das Buch überhaupt nicht verstanden. Man erfährt nach und nach, wer wer ist, die Namen werden vorher aber schon oft genannt. Das ist total verwirrend.
Ich empfehle das Buch niemandem. Für mich gehört es in den Müll... (JK7)

2) Ich weiß nicht, ob einem dies Buch wirklich gefallen kann. Es geht um den Freitod eines jungen Mannes. Das Buch zerfällt in zwei Teile. Zuerst wird das Leben aus der Sicht des jungen Mikke erzählt und zwar in Form eines Internettagebuches oder Blogs. Ungefähr zwei Monate lang schreibt Mikke in kurzen Beiträgen seine nachdenklichen und feinsinnigen Beobachtungen zur Welt und zu seinen Gefühlen. Die Beobachtung der Schildkröten spielt dabei eine gewisse Rolle. Der letzte Eintrag ist: Jetzt schreib ich nichts mehr. Und der Leser weiß zunächst nicht, warum. Es ist eigentlich auch nicht ersichtlich, dass Mikke unter irgendetwas besonders leidet. Irgendwann trennt er sich von seiner Freundin, aber auch dafür gibt es kaum einen Grund, außer dass sie ihn offenbar nervt und ihn nicht erreicht.

Das furchtbare Geschehen wird erst durch den zweiten Teil des Buches deutlich. Durch die ebenso feinsinnigen und traurigen Gedanken  der Mutter von Mikke wird klar, was passiert ist. Dass Mikkes Eltern sich irgendwann getrennt hatten, wie Mikkes Kindheit war und dass Mikke nicht mehr lebt.

Vor allem die Schilderungen der Mutter rühren einen zu Tränen und lassen einen die ganze Hilflosigkeit nach einem Freitod nachempfinden, sie sind so geschrieben,dass man sich mit dieser Frau identifizieren muss.
Ich hab mich gefragt, hilft dieses Buch nun bei der Barbeitung dieses Themas, was zweifellos ein wichtiges Thema ist, oder schreckt es ab. Der Leser muss es einfach versuchen zu lesen und sich selbst sein Urteil bilden. (UP13)

3) Wenn man „Allein unter Schildkröten“ unvoreingenommen lesen und sich die doch recht überraschende Handlungswendung nicht vorwegnehmen lassen will, sollte man keine Rezensionen lesen, bevor man das Buch nicht selbst gelesen hat. Das nur als Spoiler-Warnung.
„Allein unter Schildkröten“ ist Mikkes Geschichte. Die ersten sechzig Seiten bestehen aus kurzen Tagebucheinträgen, die Mikke oft mitten in der Nacht schreibt. Er erzählt von seinem Leben, von Sverre, einem Jungen mit Down-Syndrom um den Mikke sich ab und zu kümmert, von seiner Freundin Siri, davon dass er allein ist und von Schildkröten und anderen Meerestieren von denen er liest. Mikke möchte Meeresbiologe werden. Der letzte Tagebucheintragt endet mit dem Satz: „Jetzt schreibe ich nicht mehr.“ Der zweite Teil des Buchs besteht aus Briefen von Mikkes Mutter, seinem Vater, dem neuen Freund seiner Mutter, Siri, Freunden von Mikke und Sverre. Mikke hat sich umgebracht. Die große Frage, die über jedem Brief schwebt ist „Warum?“

Als ich „Allein unter Schildkröten“ gelesen hatte, war ich froh, dass es vorbei war. Ich habe überhaupt keinen Sinn in diesem Buch gefunden. Vielleicht hat der Autor so ein Erlebnis verarbeitet, aber ich persönlich finde das Buch einfach nur schrecklich. Das Thema ist nicht besonders schön, aber die Umsetzung finde ich grauenhaft.
In Mikkes Tagebucheinträgen habe ich kein Zeichen für seinen Plan gefunden und der Selbstmord kam wirklich überraschend. Diese plötzliche Änderung ist gut gelungen und hätte in den meisten anderen Büchern einen großen Pluspunkt bedeutet, aber nach Mikkes Selbstmord nimmt die Spannung nicht zu und die Texte werden auch nicht interessanter.  Dieses Buch  ist nichts, was man gerne liest. Mich hat es nicht in einer Stimmung hinterlassen in der der ich über das Leben oder sonst irgendetwas nachdenke, es hat mich eher dazu gebracht mich zu fragen, was genau ich da eigentlich gelesen hatte.
Fazit: Ich würde das Buch niemandem und unter keinen Umständen weiterempfehlen. (LSN8)


4)Text-Inhalt: Dieses Buch beschreibt das Leben vor dem Selbstmord von Mikke, der in seinem Computer eine Art Tagebuch geschrieben hat. Das erste Drittel des Buches beinhaltet dieses Tagebuch von Mikke, die restlichen zwei Drittel sind Texte von Mikkes Angehörigen.
Einschätzung: Ich fand das Buch eigentlich ganz gut, dennoch fand ich die Vorstellungen und Gedanken von Mikke eigenartig. Auch hätten die Texte der Angehörigen etwas weniger sein können, mit der Zeit wirkte es langweilig auf den Leser.
Insgesamt ist das Buch teilweise lesenswert, ich würde es trotzdem nicht weiterempfehlen.(LW7)

5)Worüber es in dem Buch geht, ist ja schon hinreichend beschrieben worden. Ich konnte dem Buch leider überhaupt nichts abgewinnen. Zum einen, weil ich vorher schon sehr viel Negatives über dieses Buch gehört habe und deshalb wohl ein Bisschen voreingenommen war. Zum andern, hat mir das Buch vom Stil her nicht gefallen. Diese kurzen, abrupten Sätze mögen zwar zu Mikkes Lebensgefühl passen, sie erschweren das Lesen aber sehr und lassen so keinen richtigen Lesefluss aufkommen. Außerdem wurde mir auch überhaupt nicht klar, warum Mikke sich umgebracht hat. Die Briefe der Angehörigen finde ich gut, allerdings können diese das Buch auch nicht mehr "retten". Es ist zwar wichtig, sich mit dem Thema Selbstmord auseinander zu setzen und ich finde, wie schon gesagt, dass die Schreibweise auch zum Thema gepasst hat. Allerdings möchte ich persönlich beim Lesen auch unterhalten werden und in die Geschichte eintauchen können. Dies war hier leider nicht möglich. (JB11)

6) Mikke verbringt die Nächte vor seinem PC. Seine Mutter macht Urlaub in Chile. Seine Mitschüler bereiten sich auf die Abiturfeier vor. Seine Freundin Siri schickt SMS, aber Mikke antwortet ihr nicht. Er liest über kleine Meeresschildkröten, die zufällig im Meer herumschwimmen. Manche schaffen es, manche nicht. 
Unmöglich, einzuschlafen, unmöglich, wach zu bleiben. Die Zeit in meinem Körper und die äußere Zeit stimmen nicht mehr überein.
Bin heute schon wieder nicht zur Schule gegangen. Keiner ruft an, keiner merkt, dass ich nicht da bin. 6. Mai, 03.10 Uhr   
Die Tagebucheinträge des 19-Jährigen setzen ganz unvermittelt ein und wirken daher absolut authentisch. Er hält sich nicht lange mit Personenbeschreibungen auf, sondern schreibt einfach darüber, was ihm gerade in den Kopf kommt - manchmal nächtelang.(SF7)


7)Text/Inhalt: Mikke kann seine Gefühle nicht mehr unterscheiden. Liebe, Glück, Wut,... alles läuft auf das gleiche hinaus. Trauer. Tiefe bodenlose Trauer. Doch er weiß nicht warum. Wird er seinen Weg finden?

Einschätzung: Es ist ein Buch voller Gefühle. Es wurde sehr emotional geschrieben und das Buch regt einen an, über sein Leben nach zu denken. Ich finde es ist ein schönes Buch. (AB7) 8)

8) Text-Inhalt: In diesem Buch geht es um den 18-jährigen Mikke. Theoretisch geht es ihm gut. Er hat Siri, seine Freundin und Sverre, ein behinderter Junge, den er betreut. Er lebt bei seiner Mutter und seinem Stiefvater Idar, mit dem er sich auch gut versteht. Und er fühlt sich trotz allem einsam. Unter diesem Suchwort – einsam - findet man auch sein Tagebuch im Computer. Darin schreibt er nicht nur über seinen Tag, sondern auch über seine Interessen und über das, worüber er nachdenkt.
Er möchte später Biologie an der NTNU studieren, denn Biologie ist so das einzige, was ihn interessiert. Er findet es toll, die menschliche Lunge mit einer Schweinelunge zu vergleichen und zu demonstrieren, wie sie funktioniert. Seine Freundin Siri hat damit kein Problem. Sie liebt ihn wirklich.
Er betreut den behinderten Sverre, da ist er so eigentlich der einzige, der das auf die Reihe kriegt, alle ‚professionellen‘ Betreuer wurden stets entlassen. Und Mikke macht das Spaß. Er erzählt von peinlichen Situationen, aber auch, wie beide darüber lachen können. Zum Beispiel erzählt Mikke in einem Tagebucheintrag, dass sich Sverre bei einem Kinobesuch eingepinkelt hat, und es genau an der Stelle im Film ruhig wurde und somit der ganze Kinosaal das plätschern mitgehört hat.
Doch plötzlich macht er völlig grundlos mit seiner Freundin Schluss und auch sein weiteres Handeln wirft viele Fragen auf.
Hieraus besteht die erste Hälfte: aus den Tagebucheinträgen von Mikke. Eine ziemlich kurze Hälfte muss ich dazu sagen. In der zweiten Hälfte erfährt man, dass sich Mikke ermordet hat während seine Mutter und Idar verreist waren. Die Geschichte wird in Form von Erinnerung der Mutter an Mikke fortgesetzt. Was keiner versteht: Warum hat er sich umgebracht?   

Einschätzung: Es ist ein sehr melancholisches Buch und sehr eigenartig. Ich finde, dadurch, dass man nur die Einträge von Mikke liest, ist zwischen dem Erzähler und dem Leser eine große Distanz. Die Tagebucheinträge sind meistens kurz und knapp gehalten. Nur die wichtigsten Ereignisse sind zu lesen, meistens auch nur Informationen aus der Tierwelt; wie sich zum Beispiel Schildkröten fortpflanzen.  Dadurch wirkt es auf mich sehr komisch. Auch manche Handlungen sind teilweise nicht nachzuvollziehen, da sie einfach nicht erklärt werden und man fragt sich einfach: Warum ist das denn jetzt passiert?! Was ich auch nicht gut finde ist, dass dieses Buch keine wirkliche Handlung hat und dadurch echt überhaupt nicht spannend ist. Es macht nur noch weniger Spaß.
Ich würde das Buch nicht empfehlen, aber wenn dann ab 15 Jahren. (CB9)




Stichwörter: Selbstmord, Trauer, Abschiedsbriefe, Abschiedstagebuch