Dienstag, 5. November 2013

Peter Freund: Guardians of Secret Powers - das Siegel des Teufels (cbj 2013)

Text-Inhalt: Peter Freunds “Guardians of Secret Powers - Das Siegel des Teufels” ist ein Fantasy-Roman, in dem ein Mädchen als besondere Auserwählte die Welt retten muss.

Nele ist ein normales Schulmädchen mit strengen Eltern, dies allerdings nur bis zu ihrem 15. Geburtstag. Da wird sie nämlich  von Monstern verfolgt und erfährt kurze Zeit von einem uralten Krieg zwischen Noctuni und Guardians. Glücklicherweise muss sie nicht alleine gegen die Monster kämpfen. Insgesamt sind es dann sechs Jugendliche, die "Guardians of Secret Powers". Und zusammen müssen sie versuchen, den Kampf gegen die Finsternis zu gewinnen.

Einschätzung: Ein eigentlich spannendes Buch, aber es zieht sich etwas in die Länge. Empfehlen würde ich es für Leser ab 12 Jahren. (TH10)

Sonntag, 3. November 2013

Anke Weber: Regenbogenasche (ueberreuter 2013)

Text-Inhalt: "Sterben ist wie Kacken - hat was mit loslassen zu tun und muss jeder machen". Mit diesem krassen Einstieg beginnt das Buch, und es geht um ein Mädchen, Rhina. Sie hat hinsichtlich Sterben schon viel gesehen . Mittlerweile ist sie Expertin, was Tod, Beerdigung und alles was damit zu tun hat betrifft, denn es starben schon ihr Hamster, ihre Oma und nicht zuletzt ihr Vater. Und um den geht es auch in diesem Buch. Ihr Vater, der Namibia so sehr geliebt hat und jedes Jahr dort war, muss unbedingt dorthin zurückgebracht werden. Zusammen mit einem Freund, Kevin, der lieber Uncas genannt werden möchte, fasst sie also den Plan, die Asche ihres Vaters nach Afrika zu bringen. Dabei helfen soll ihr der Verein "Culture Namibia", der Projekte für Jugendliche aus Deutschland organisiert, die als Freiwillige in den Ferien nach Namibia fliegen können. Bevor es aber überhaupt losgehen kann, stellen sich ihnen noch einige Probleme in den Weg: Die Urne mit der Asche muss auf dem Friedhof ausgebuddelt und irgendwo gelagert werden, und es muss eine Idee gefunden werden, sie überhaupt durch den Zoll zu bringen. Und natürlich gibt es noch ein anderes Problem: Dürfen Rhina und Uncas überhaupt nach Namibia? Und wenn ja, was werden sie dort finden?

Einschätzung: Ein wirklich schönes Buch über den Umgang mit Trauer und Verlust. Der Untertitel "Zusammen können wir den Tod anmalen" trifft es ganz genau. Es ist bunt und voller Lebensfreude, mit Witz und Zuversicht, aus einem schlimmen Ereignis doch noch etwas Positives machen zu können. Super geschrieben und eine völlig neue Geschichte. Ich ertappe mich dabei, dass ich manche von Rhinas Wörtern schon in meinen eigenen Wortschatz integriert habe.Klar, dadurch, dass Rhinas Vater schon etwas länger tot ist, könnte man meine, dass sie schon ein wenig weniger um ihn trauert, aber es ist bewundernswert, wie sie diese Sache anpackt und sich reinhängt, um ihren Vater dorthin zu bringen, wo er so oft war. Damit ist sie wohl auch ein Vorbild für viele, nicht nur für Jugendliche. Ein Buch, dass sich zu lesen lohnt. (JB12)

Freitag, 1. November 2013

Marita de Sterck: Unbewohntes Herz (Oetinger 2013)

1)Nach dem Lesen dieses Buches weiß ich nicht recht, was ich davon halten soll. Die Autorin nimmt eine Zeit in den Blick, die  bisher nicht oft in Jugendbüchern vorgekommen ist:  Die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts. Katholisches Milieu trifft auf patriarchalische säkulare Familien Verhältnisse. Die etwa 13jährige Emma lernt zunehmend,  was es heißt eine junge Frau zu werden und kämpft gegen all die unsinnigen Tabus dieser Zeit, die unter Mädchen und Frauen grassieren, wenn es um Fruchtbarkeit und Kinderkriegen geht. Emma wird dadurch allmählich befähigt, die Geschichten der anderen richtig einzuschätzen und am Ende eine wirklich eine mutige Tat zu tun.

Die Offenheit, mit der die Mädchen im Internat reden hat mich zunächst verblüfft. Spürbar ist aber immer, dass Derartiges sicher genauso abgelaufen ist. Ich war hin- und hergerissen zwischen Neugier, Amüsiertheit und auch Ekel. Oft schüttelte ich innerlich den Kopf, weil die von den Erwachsenen eingesetzten Mittel so hanebüchen scheinen. Ich weiß andererseits, dass es so war, historisch betrachtet. Also ist das Buch eigentlich als Zeitzeugnis lesenswert. Ich denke nur, es ist schwierig sich von heute aus in die Zeit hineinzuversetzen.  Auch wenn die Grundzüge der im Buch beschriebenen Tabuisierung sicher zuweilen immer noch lebendig sind.  Und der Bezug zum Titel ist mir bis zuletzt nicht ganz klar geworden. (UP13)


2) Text-Inhalt: Gegen ihren Willen wird die 13-jährige Emma weg von ihrer Familie in ein Internat geschickt. Dort soll sie bleiben, bis ihre Schwester wieder "gesund" geworden ist, da sie an einer unerklärten Krankheit leidet. Emma kommt also in ein strenges katholisches  Mädchenkloster und wird dort mit vielen neuen Dingen konfrontiert: Schlimmes Essen, viele neue Mädchen, der Glaube, all dies sind Sachen, die sie eigentlich von zu Hause nicht so gewohnt ist. Aber ein paar Mädchen (insgesamt sind es dann sieben) nehmen sich ihrer an. Nachts kriechen sie alle in einen Wandschrank und erzählen sich Geschichten oder singen Lieder. Die Anführerin ist Bie, ein nicht gerade nettes Mädchen, dass alle nach ihrer Pfeife tanzen lässt. Emma merkt, dass sie für vieles noch zu jung ist, von dem die anderen reden, und diese lassen es sie auch deutlich spüren. Aber langsam wird auch Emma erwachsen, und der Gedanke an ihre Schwester und der Wunsch ihr zu helfen lässt sie etwas sehr mutiges tun.

Einschätzung: Was mich an dem Buch verwirrt hat, war die Gesamtsituation: einerseits gab es zwar Telefone, Rundfunk und andere "moderne" Sachen, andererseits schien mir das Geschehen, sowie die Tabus und Sitten die in dieser Geschichte erzählt werden, nicht in die Zeit zu passen. Dieser Widerspruch macht es schwer das Buch zu lesen und einzuordnen. Es hat eher Grundzüge einer Dokumentation, was ich persönlich aber auch nicht erwartet hätte. Ich hätte in diesem Fall wirklich Spannung gewünscht, nicht einfach nur eine Aneinanderreihung von Erzählungen. Manchmal ergab sich bei mir das Gefühl, der Autor denkt der Leser sei  dumm, denn was die Krankheit der Schwester ist, ist wohl ziemlich rasch festzustellen. Und wo ist der Bezug zum Titel? Wem gehört das "unbewohnte Herz"? Emma bestimmt nicht, denn sie macht sich ja viele Gedanken und "verliebt" sich ja doch irgendwie. Leider kann ich dieses Buch nicht empfehlen, denn ich fand es nicht spannend, interessant oder berührend. Das Lesen hat mich gelangweilt. (JB12)

Stichwörter: Mädchen, Internat, Pubertät, Schwangerschaft, Tabu, 60er Jahre

Hanna Jansen: Zeit der Krabben (Hammer 2013)

Mit diesem Buch kann der Leser wieder einmal weit über den Tellerrand gucken. Es geht weit weg auf eine kleine Karibik-Insel. Cynthia ist 17 Jahre,  grad aus einem strengen christlichen Internat zurückgekehrt,  hat viele Zukunftsträume und stellt erstaunt fest,  was alles nicht läuft auf der Insel. Das größte Problem dabei ist noch nicht einmal ihre komplizierte Familiensituation, sondern die Korruption und der Drogenhandel.
Die Geschichte ist differenziert erzählt und wirkt authentisch wie ein langer Brief. Ich habe begonnen,  mich während des Lesens für die Verhältnisse auf den karibischen Inseln zu interessieren. Und ich war auch gespannt zu lesen, wie die verfahrene Situation sich auflöst. Ein lesenswertes Buch in jedem Fall. (UP13)

Elizabeth Eulberg: Wie wir einen Sommer (vergeblich) versuchten, uns nicht zu verlieben (Arena 2013)

Text-Inhalt: Penny ist enttäuscht von Jungs. Nie hatte sie Glück in ihren Beziehungen. Deshalb gründet sie zuerst allein den St. Pepper Lonely Hearts Club, für die, die ebenfalls von Jungs die Nase voll haben. Der Name kommt von einem Beatles Lied, denn Pennys Eltern sind die größten Beatles-Fans die man sich vorstellen kann. Obwohl sie erst noch alleine in dem Club ist, kommen bald schon ihre Freundinnen Tracy und Diane dazu, und schließlich wächst das ganze mehr und mehr. Es entsteht eine Art Unterstützergruppe von Mädchen, die sich gegenseitig bei allem helfen, unterstützen und anfeuern. Das geht so weit, dass die Schule den Club verbieten will, nachdem sich Jungs beschwert haben. Doch womit Penny nicht gerechnet hat: Es könnte ja doch sein, dass sich mal jemand verliebt, obwohl es gegen die Clubregeln ist. Und was, wenn dieser Jemand sie selbst ist?

Einschätzung:  Ein witziges, süßes und trauriges Buch zum "einfach mal so" lesen. Mir hat die Idee des Clubs als eine gemeinsame Mädchengruppe gut gefallen, weil sie sich gegenseitig unterstützen und beschließen, den Normen der Highschool nicht zu entsprechen und z.B. nur als Mädchengruppe zum Ball zu gehen und so dann viel mehr Spaß haben. Das Buch zeigt auch, wie eine gemeinsame Idee Menschen verändern kann und wie gut es ist, wenn man Freunde hat, die zu einem stehen. Mädels ab 12, das ist ein Buch für euch! (JB12)

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Ellen Alpsten: Sommernachtszauber (Coppenrath 2013)

Die Idee des Buches ist ungewöhnlich: Es geht um Theater,  Schauspiel und um Shakespeare‘s Romeo und Julia. Die Schauspiel Schülerin Caroline bekommt im zweiten Semester bereits die Möglichkeit die renommierte Rolle der Julia zu spielen. Obwohl sie nicht unbegabt ist und als einzige ein Stipendium erhält,  ist ihr Selbstbewusstsein nicht sehr groß. Die Ernst-Busch-Schauspiel-Schule in Berlin ist auch im realen Leben bekannt dafür, dass sie die angehende Schauspiel-Persönlichkeit zunächst auf eine harte Probe stellt. Durch eine wunderbare Idee der Autorin wird die Entwicklung der Persönlichkeit der Protagonistin nachvollziehbar: Caroline begegnet einem Theater-Geist und lebt sich dadurch langsam in die Rolle hinein.

Carolines Geschichte ist sehr facettenreich erzählt. Ein wichtiger Handlungsstrang ist dabei die Geschichte des Theatergebäudes,  das in der Nazi-Zeit ein jüdisches Theater war. Ein anderer ist die Beziehung zwischen Caroline und ihrer besten Freundin Mia,  die, ebenfalls als Schauspielschülerin, einen anderen Weg zu Ruhm und Erfolg wählt,  nämlich den durch das Bett des Agenten.
So sehr dieser Weg auch sicher der Realität entsprechen mag,  ist seine Beschreibung doch entscheidend für mein Urteil über das an sich gut angelegte Buch. Die Sprache mit der hier Sexualität,  Betrug  und Abhängigkeit beschrieben werden,  liegt auf dem Niveau drittklassiger Soaps, ist stilistisch platt und wirkt peinlich. Der "Geist" wird zudem insgesamt zu real und der Schluss ist unbefriedigend, weil er alle Klischees bedient. Da wir „Halva“ durchweg in guter Erinnerung haben, denke ich, dass die Autorin auch die Möglichkeit gehabt hätte, sich nicht nach dem Publikumsgeschmack zu richten. Denn aufgrund einer Sprache, die keine Möglichkeit für eigene Vorstellungen lässt,  verliert das Buch in meinen Augen sein gutes Potential an Erweiterung des Horizonts, den dies Jugendbuch haben könnte. Ich denke nicht, dass die Referenz an eine Sprache, die "leicht rein läuft" ein weiterührender Weg in der Jugendliteratur ist. Das als Tipp auch an den Verlag. (UP13)

Katja Behrens: Adam und das Volk der Bäume (dtv 2013)

Text-Inhalt: Adam hat sich noch nie in geschlossenen Räumen wohl gefühlt. Aus der Enge der kleinen Wohnung, von der Mutter, die nichts mehr isst und kaum mit ihm redet, zieht es ihn immer wieder zum Wald. Er lebt nicht richtig in der heutigen Welt, will von Handys und Computern nichts wissen. Die anderen betrachten ihn als einen Außenseiter, einen Sonderling. Und eines Tages passiert es dann: Nachdem er einige Zeit bei seinem Lieblingsbaum war, kommt er nicht mehr vom Boden los. Er hat Wurzeln geschlagen. Und dann sagt einer seiner Nachbarn das Wort: Baumbastard. Ist Adam wirklich ein Baumbastard? Seine Mutter will/ kann ihm keine Antwort geben. Dann sieht in jemand im Wald, wie er festgewachsen ist und eine Jagd der Medien auf Adam beginnt. Wird er es schaffen, in Ruhe und Frieden irgendwo zu Hause sein zu können?

Einschätzung: Dieses Buch ist sonderbar. Es passiert eigentlich nicht wirklich viel, trotzdem ist es fast 200 Seiten lang. Mir hat es leider nicht so gut gefallen, denn mir fehlte die Spannung und auch ein wenig das Realistische an diesem Buch. Es sah so aus, als würde Adam in der heutigen Welt leben, aber das konnte ich mir dann auch nicht vorstellen, denn anhand des Covers und des Backcovertextes erwartet man vielleicht so eine Art "Tribute von Panem" oder etwas in der Richtung. Es haben auch ein wenig die Erklärungen zu einzelnen Dingen gefehlt, andererseits waren die Ausschweifungen mancher Figuren über die Baumarten... auch wieder zu langatmig. Und dann kommt zu dieser komplizierten Geschichte um Adam und sein Baumsein auch noch eine Liebesgeschichte. Leider kann ich dieses Buch nicht empfehlen. (JB12)